25. – 27. Juli 2016: Reisebericht Rumänien

Die Familie Grulich besucht Nora Pogan und die von future4children unterstützten Familien.

 

Reisebericht von Klaus Grulich:

Am 25. Juli 2016 machen wir uns wieder einmal auf den Weg nach Ilia in Rumänien. Nora Pogan, unsere Kontaktperson vor Ort, erzählt uns beim gemeinsamen Abendessen von den katastrophalen Zuständen in den rumänischen Kinderheimen. Voriges Jahr seien 260 Kinder in Folge von gewalttätigen Übergriffen gestorben. Derzeit leben etwa 28.000 Kinder in zum Teil furchtbar geführten Heimen, wo auch immer wieder Mädchen in die Prostitution geführt werden. Nora versucht derzeit mit einer befreundeten Journalistin das Pflegerecht für 4 Heimkinder zu bekommen und sie in einem bereits sanierten Haus in Ilia unterzubringen und zu betreuen. future4children wird dabei tatkräftig unterstützen.

Am Dienstag, dem 26.08.2016 brechen wir gegen 10 Uhr auf, um die von future4children unterstützten Familien zu besuchen. Wir machen noch Halt bei einem örtlichen Supermarkt, um ein paar Grundnahrungsmittel wie Mehl, Reis, Zucker und ein paar Süßigkeiten für die Kinder einzukaufen und als erstes Oma Oprisa mit ihren 4 Enkelkindern zu besuchen. Nachdem auch hier zurzeit Schulferien sind, können wir auch die 13 jährige Roberta und ihren 17 jährigen Bruder Robert begrüßen. Der 14 jährige Ciprian und der 16 jährige Dacian nützen das schöne Wetter und sind am Fluss Mures (zweitgrößter Fluss in Rumänien) Angeln gegangen. Zahlreiche Nutz- und Haustiere finden bei unseren eigenen Kindern großen Gefallen. Nora teilt uns mit, dass Oma Oprisa kommende Woche 100 kg Mais zur Fütterung der Schweine bekommen wird, damit sie vor Weihnachten gut gemästet geschlachtet werden können.

Als nächstes machen wir bei den Nicoaras Halt, wo die älteste Tochter Mirella bereits ausgezogen ist und wir von Mama Melania mit ihren Töchtern Roxanna, Ioana und Alexandra und einem Kind von Melanias Schwester empfangen werden. Wir überreichen neben den schon erwähnten Grundnahrungsmitteln auch Schuhe und Sommerkleidung für die 3 Mädchen.

Dann fahren wir weiter in das 7 km entfernte Dobra, wo schon Witwe Marian mit ihren 3 Kindern auf uns wartet. Besonders groß ist die Freude von dem vierjährigen Florin, als unser Felix ihn mit einem Kinderfahrrad überrascht. Der 14-jährige Alin ist seit dem traumatischen Erlebnis mit 4 Jahren (Auffinden des erhängten Vaters) in regelmäßiger psycho-therapeutischer Behandlung, die allerdings jetzt in den Ferien ausgesetzt wird, was sich laut Nora gleich deutlich zeigt. Auch die 13-jährige Ana ist psychisch sehr belastet, nachdem auch der 2. Mann der Mutter vor ihren Augen nach erfolgloser Wiederbelebung an einem Herzinfarkt verstorben ist.

Um der Familie eine gewisse Grundversorgung zu sichern, haben sie Ende März 35 Kücken bekommen, die sich mittlerweile zu prächtigen Hühnern entwickelt haben. Wie die meisten Familien hat auch Witwe Marian einen großen Gemüsegarten, der mit Unterstützung der Kinder gut gepflegt wird. Im Herbst wird auch sie wie jedes Jahr ein Schwein bekommen, um im Winter gut versorgt zu sein. Die Kinder beider letztgenannten Familien haben vor Schulschluss noch Geld für einen mehrtägigen Klassenausflug bekommen.

Unsere nächste Station ist in Brisnic bei Familie Sararoiu. Nach einem Wolkenbruch waren die Straßen unpassierbar und die ohnehin schon sehr abgelegene Familie 10 Tage von der Außenwelt abgeschnitten. Als wir unseren Fußmarsch durch den ausgewaschenen Feldweg antreten, sehen wir noch die Reste der Verwüstung. Nicoletta, die Mutter der 3 Kinder, berichtet vom Zusammenbruch der Wasserpumpe, der möglicherweise auch eine Folge des heftigen Gewitters ist. Nora organisiert sofort einen Installateur, der die Sache in Ordnung bringt. Die erforderlichen 350 € werden von future4children zugesichert. Ohne Pumpe hat die Familie weder Nutz- geschweige denn Trinkwasser.

Unsere letzte Station ist die Familie Filip im Tal mit den 3 Schulkindern Paul, Andre und Bianca sowie 3 weiteren Kleinkindern. Die Kinder laufen uns voller Freude entgegen und wir übergeben unsere Gaben (Bettwäsche, Bettdecken, Kleidung, Spielsachen, Süssigkeiten und Grundnahrungsmittel). Auch die selbstgestrickten Pullover einer unserer Unterstützerinnen werden gleich anprobiert. Von der Fa. Brantner, einem Kremser Unternehmen, das future4children bereits seit mehreren Jahren großzügig finanziell unterstützt, bekamen diesmal alle Kinder Papier-Schreibtischunterlagen zum Malen bzw. für die Schule. Nora wird zum Schulanfang noch vielen anderen Schülern damit eine Freude bereiten.