Eine Erfolgsstory: Jozsef Banyák

Durch die Unterstützung von future4children wird Jozsef sein Musikstudium bald erfolgreich beenden.

 

Entdeckt wurde Jozsef 2007 von Edit und Friedrich Striberny, unseren Mitarbeitern in Ungarn, die Alexander Hofmann, Thomas Aschauer, Klaus Grulich und Christoph Lachawitz auf ihn aufmerksam machten. Die Stiftungsvorstände besuchten die Banyáks, eine mausarme Romafamilie mit drei Söhnen in Kunszentmiklós, einer Kleinstadt in Zentralungarn etwa 60km südwestlich von Budapest. Vater Banyák hatte schon das Familienhaus zum Kauf angeboten, um Jozsef, der in einem Budapester Musikgymnasium gerade seine Matura abgelegt hatte, ein Studium an der Franz Liszt – Universität in Buda­pest mit der Studienrichtung Jazz-Klavier zu ermöglichen. Die Banyáks gaben ein kleines Hauskonzert. Vater Banyák, ein ausgezeichneter Geiger, spielte auf und Jozsef begleitete ihn auf dem Keyboard, denn ein richtiges Klavier haben die Banyáks bis heute nicht. Dann zeigte Jozsef solo sein Können und spielte auch mit seinem ebenfalls sehr begabten kleineren Bruder Gyula auch 4händig. Die Stiftungs­vorstände beschlossen vor Ort spontan, die Ausbildungskosten für Jozsef in Form eines monatlichen Stipendiums zu übernehmen.

Die Familie Banyák musste dadurch das Haus nicht verkaufen und Jozsef konnte sich ganz auf die Aufnahmsprüfung konzentrieren, da er sich durch die finanziellen Zuwendungen von zunächst € 200.- den berühmten ungarischen Jazzpianisten Szakcsi Lakatos als Lehrer für die Vorbereitung auf diese leisten konnte. Und Jozsef war dann auch einer von den zwei Studenten, die im Fach Jazzkla­vier im Winter­semester (WS) 2008/2009 bei einer Konkurrenz von weit über 100 Bewerbern, aufgenommen wurde..

Seitdem studiert er äußerst erfolgreich mit einem 400 Euro-Stipendium der Stiftung an der Franz Liszt Universität, legte alle seine Semesterprüfungen fast mit der Bestnote ab, und hat im Juli 2011 den Bachelor-Abschluss erreicht. (Das Bild oben zeigt ihn beim Bachelor-Abschluss­konzert des Jazzlehrstuhls im Juli 2011).

Wegen einer um einen Monat zu spät abgelegten Sprachprüfung für ein notwendiges Sprachdiplom (Englisch), ohne dass man in Ungarn nicht zum Masterstudium zugelassen werden kann, konnte er für das Winter­semester 2011/12 nicht zur Masters-Aufnahmsprüfung antreten. Die Stiftung reduzierte daraufhin ihre Stipendiumszuwendung und Jozsef schlug sich mit Gelegenheitsjobs, die er auch wegen seines großen Könnens teilweise von seinen Universitätsprofessoren vermittelt bekam, bis zum Juni 2012 gerade so durch.

 

Jozsef (li) mit den Stribernys (Mitte) und Gyula

Vom Frühjahr bis zum Herbst 2012 nahm er während dieser „Interimszeit“ auch am nationalen ungarischen Barpianisten- Wettbewerb teil, kam durch eine Demo-Cd – ohne beim Casting zu erscheinen – in die Gruppe von 50 zugelassenen Bewerbern und wurde schließlich nach zahlreichen Ausscheidungsveran­stal­tungen im berühm­testen Budapester Caffé New York als jüngster Teilnehmer Vierter des Wettbewerbes. Dadurch erreichte er einen weiteren Bekannt­heitsgrad in Ungarn, der ihm auch zu einigen Engagements verhalf.

Im Juni 2012 bestand er dann erfolgreich die Aufnahmsprüfung zum Masterstudium. Seit dem WS 2012/2013 ist er nun wieder mit voller Unterstützung der Stiftung im Studium und hat alle vorgeschriebenen Prüfungen jetzt am Ende des Semesters (Februar 2013) abgelegt und wird nach dem Erhalt des Studienbuches durch die Universitätsverwaltung den Studien­nach­weis wie bisher erbringen.

Schon jetzt kann gesagt werden, dass die Stiftung dem hochbegabten Roma Jozsef Banyák eine Ausbildung verschafft hat und einen Lebensweg ermöglicht, den er aus eigenem Vermögen nie erreicht hätte. Außerdem konnte dadurch das Haus der Banyáks in ihrem Besitz bleiben. Jozsef ist sich dieser Tatsache voll bewusst und seinen Förderern äußerst dankbar.